SCHWULE NUTTENBULLEN + HANS EHLERT HAMBURG + DISPO

Freitag, 20. März 2015 – Forum Bielefeld

Einlass: 20.30

Beginn: 21.30

Eintritt: 8€

Es ist gar nicht die Frage, ob Punk noch lebt. Wer das fragt, ist für den Punk sowieso schon längst gestorben. Es ist vielmehr die Frage, wer das noch machen kann: Punkrock, der griffig, gewitzt, originell und radikal gleichermaßen ist. Wer das kann, sind die SCHWULEN NUTTENBULLEN, vier Kölner Pseudonyme. Überpunk war gestern. Heute wird ‚Die  Deutschrocknacht‘ (neue LP) gefeiert. Und alle, alle sind sie gekommen. Joko und Klaas, Gott und Donkey Kong, Erdogan und Putin, all die Lemuren der Nacht. Ben Becker gibt den Einheizer. Und bringt vielleicht noch die Onkelz mit. Und alle singen: So gehen die Deutschen, die Deutschen gehen so. Geladen haben die Schwulen Nuttenbullen. Sie tun es für Deutschland. Fürs Weltmeister-Schlaaand, Weißblech-Deutschland, sie tun es für dich und für mich. Und geben uns das, was wir verdienen. Doch leider, leider: Die Tränen sind knapp. Die Schwulen Nuttenbullen bedauern: Das Dorf säuft ab. Da hilft auch kein Deichgraf mehr. Zuviel Pitbull Politics, die keine Rücksicht nehmen auf liebliche Befindlichkeiten unter einem Himmel voller Drohnen und der Aussicht, als Solist übrig zu bleiben. Schnaps bleibt Schnaps und Punk bleibt Punk. Und es soll niemand sagen, dass es sich im eigenen Museum nicht gut leben lässt, wenn die Kohle auf der Deutschen Bank liegt. Diskurs in alle Richtungen. Und erst mal abwarten. Und dann – weiter machen. Die SNB stinkt nach Fisch, ist dumm und hat Angst vor der Deutschrocknacht. Und das ist auch gut so.

http://www.schwulenuttenbullen.de/

 

HANS EHLERT HAMBURG sind ein ehemaliges Duo (jetzt ganz neu: Trio!) aus Koblenz und Berlin, eigentlich Hamburg, bzw. Koblenz. Capito? Ihr Stil war zunächst stark geprägt vom altbewährten Crypt-Label-Sound: rotziger, minimalis-tischer Bumm-Tschak-Punk aus den finsteren Höhlen der Hamburger Kanalisation. 2013 dann endlich die erste LP  ‚Bizarre Farben‘: neuer Stil, neuer Sound, alte Besetzung. Garage-Trash trifft New Wave, die Oblivions trafen auf Joy Division, Rheingold, Abwärts.  Eine Gitarre wurde dem Bass geopfert, der Gesang eingedeutscht. Bass und Base Drum, seltener auch ein Synthesizer, legen einen dichten, satten Unterbau, auf dem die Gitarre wütend kreischt und krächzt und sich mit einer knallharten Snare duelliert. Und mittendrin eine eindringliche, aufgewühlte, manchmal auch fast resignierte Stimme, die sich Gehör verschaffen will und dies auch tut. ‚Bizarre Farben‘ ist wie eine Wiedergeburt des prä-„NDW“, des deutschen Post-Punks der allerersten Generation, bevor alles schon wieder vorbei war und  posthum das Label „NDW“ von der Plattenindustrie verliehen bekam. HEH sind wie ein verwehtes Echo aus den Tiefen der 80er Jahre, so frisch als hätten diese eben erst begonnen, ein Weckruf an die sich im Dschungel der technischen Möglichkeiten verirrten jungen Merchandise-Bands, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren…

„Ganz simpel und doch komplex. HEH versprühen genau diesen Flair zwischen Aufbruch und Sehnsucht, Experimentellem und einer bestechenden Einfachheit.“ (Trust)

„HEH gehören zu der neuen Sorte von BRD-Graswurzel-New-Wave-Bands, die alles Tolle noch mal auf Anfang setzen wollen.“ (Junge Welt)

http://www.hansehlerthamburg.de/

 

Die junge MünsteranerBand DISPO klingt auf ihrem 4-Song-Demo irgendwie nach der Zeit, als die Telefone noch orange, die Waschbecken grün und die Klobrillen auf öffentlichen Toiletten noch schwarz waren. Seis drum, Dispo passen wie die Faust aufs Auge zum heutigen Lineup. Unglaublich frisch und unbekümmert erweitern sie ihren monotonen Früh-80er Stakkato-Cold-Wave-Ansatz mit dronigen Krautrock-Reminiszenzen (Can, Popol Vuh).

http://www.dispomusik.blogspot.de/

http://dispomusik.bandcamp.com/album/demo

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